
Mit dem Heimsieg gegen den Spitzenreiter aus dem benachbarten Heddesheim sorgen die TSV Damen dafür, dass bei den Entscheidungen über den Ligaverbleib noch nichts entschieden ist.
Primetime in der Langenberg Halle, zu Gast der Spitzenreiter der Oberliga Baden, lautstarke Kulisse, so geht Derby. Man kann der Mannschaft nicht verdenken, dass sie sichtlich nervös in diese prestigeträchtige Partie gestartet sind. Die Erinnerungen an das Hinspiel, in dem man einen fast sichergeglaubten Auswärtssieg fast noch komplett aus der Hand gab, waren noch gegenwärtig. Einer bärenstarken Abwehrleistung war es zu verdanken, dass Heddesheim in der Anfangsphase keinen Nutzen aus den zum Teil einfachen Ballverlusten der Gastgeberinnen ziehen konnte. In der 8. Spielminute setzten die TSV Damen zum Tempogegenstoß an. Ein Kontakt vor dem Abschluss ahndete das Schiedsrichtergespann mit einer roten Karte gegen die Heddesheimerinnen. Eine harte, aber regelkonforme Entscheidung. Nur vier Minuten später, beim Stand von 3:1, nahmen die Gäste aus der Nachbarstadt eine Auszeit, um sich neu zu sortieren. Aber auch den Birkenauerinnen kam diese Verschnaufpause nicht ungelegen, denn es galt Ruhe in das eigene Angriffsspiel zu bringen. Jacqueline Tines, die an diesen Tag ein überragendes Spiel lieferte, stellte mit drei aufeinander folgenden Treffern auf 6:3 (17.). Katrin Haas erhöhte kurz darauf auf 7:3 für die Odenwälderinnen. Gleich fünf Anläufe auf das 8:4 blieben ungenutzt, so dass Heddesheim wieder verkürzen konnte (7:5, 20). Zwei Minuten vor den Seitenwechsel entschied sich Julius Schäfer beim Spielstand von 9:6 für eine Auszeit. Mit einem ihrer mittlerweile legendären Unterarmwürfen traf Danijela Rajic darauf zum 10:6. Mit einem knappen 10:7 Vorsprung ging es in die Pause, die die Zuschauer nutzten, um die Schiedsrichterleistung zu bewerten.

Heddesheim kam mit einem 4:0 Lauf aus der Pause und drehte das Spiel zu ihren Gunsten (10:11, 36). Erinnerungen an das Hinspiel waren wieder präsent. Doch die Schützlinge von Julius Schäfer bewiesen diesmal Nervenstärke. Zwar lief man bis zur 37. Minute einem knappen Rückstand hinterher, aber Tines stellte mit drei sehenswerten Treffern auf 16:13 (46.). Sehenswert auch das 17:14, Havemann traf mit einem Unterarmwurf alla Rajic. Eine bärenstarke Abwehrleistung, dazu eine erneut bärenstarke Johanna Meyer im Tor, für den vermeintlichen Favoriten eine unlösbare Aufgabe. Spielgestalterin Gutsche traf doppelt zum 20:15 (54.). Eine unglückliche Aktion führte zur Disqualifizierung von Marie Harbarth. Den fälligen 7-Meter hielt Meyer zur Freude der Birkenauer Anhänger. Spätestens jetzt war der Grundstein für den fünften Sieg in Folge gelegt. Es war der Spielerin des Tages vorbehalten, den Schlusspunkt zu setzen. Tines traf mit ihrem zehnten Treffer zum 22:17 Endstand.

Das Kollektiv zwang den Tabellenführer in die Knie und macht die Liga wieder spannend. „Wir haben gegen den Spitzenreiter gerade mal sieben Gegentreffer in der ersten Halbzeit bekommen. Den Start in die zweite Halbzeit haben wir verschlafen und bis zum 12:13 sechs Treffer in sieben Minuten hinnehmen müssen. Zum Glück haben wir uns dann wieder auf unsere Stärken besonnen und unsere Gäste durch eine bärenstarke Abwehr vor unlösbare Aufgaben gestellt“, so attestierte Julius Schäfer seiner Mannschaft eine insgesamt starke Leistung. „Ich bin sehr stolz auf unsere Mädels, die sich die zwei Punkte auf jeden Fall durch ihren unbändigen Einsatz verdient haben.“
Mit fünf Siegen in Folge und einer gehörigen Portion Selbstvertrauen geht es nun nach Brühl (30.03, 16h). Aber es ist Vorsicht geboten. Brühl, die im unteren Tabellendrittel rangieren, hat in dieser Runde bereits für einige faustdicke Überraschungen gesorgt. Das mussten auch unsere TSV Damen in der Hinrunde erleben, als der TV beide Punkte aus der Langenberg Halle mitnahm.
Für den TSV spielten: Meyer, Bussek (im Tor), Haas (2), K. Falter, Rajic (2), Schäfer (1), Tines (10), A. Meyer, Harbarth, Hanke (1), Hassel, Becker, Gutsche (5), Havemann (1)
(Bilder: Armin Etzel)